Korbflechter aus der Bergbau- und Töddengemeinde

seit 25 Jahren aktiv

 

In Richard Attermeyers Werkstatt am Moorweg bullert der Ofen und heizt den Raum ordentlich ein. 5 gestandene Männer, alle zwischen 65 und 75 Jahre jung, sitzen in der Runde und gehen mit wachsender Begeisterung einem uralten Handwerk nach: dem Korbflechten.  

 

Die Korbflechtergruppe ist seit jeher unter dem Dach des Heimatvereins integriert und traf sich im Winter 1988/89 zum ersten Mal bei Ernst Gerweler. Mit dabei waren damals Hugo Göcke, Heinrich Audick, Ewald Ostendorf und Richard Attermeyer. Im Laufe der Jahre kamen Josef Tepe, Jochen Willbrandt und Heinz Dresselhaus hinzu.

  

 

Die Gruppe der Korbflechter im Heimatverein wurde im Winter 1988/89 gegründet:

v. l. Ewald Ostendorf, Richard Attermeyer, Hugo Göcke, Ernst Gerweler und Heinrich Audick.

 

Einmal in der Woche treffen sich die junggebliebenen Freunde zum Korbflechten. „Es ist sehr entspannend und man kann gut abschalten“, wirft einer in die Runde. Früher, als man noch kein Rentner war, sei das für alle sehr wichtig gewesen. Aber nicht nur Körbe flechten hält die Männer und ihre Frauen zusammen. „Wir unternehmen gemeinsame Fahrradausflüge oder wir treffen uns zu langen Grillabenden“, weiß Richard Attermeyer zu berichten und Josef Tepe wirft ein, dass man auch schon mal die Weidenzweige gegen die Doppelkoppkarten eintauschen würde. Die lustige und sympathische Männerrunde hat sogar ihr eigenes kleines Trinklied komponiert.  

 

  

Im Winter werden die Weidenruten erst nach dem ersten Frost geschnitten und dann verarbeitet

 

Das Korbflechten fängt mit der richtigen Auswahl der Weidenzweige an. „Nur im Winter schneiden wir die Weidenzweige“, erklärt Ernst Gerweler, „denn zunächst einmal muss ein knackiger Frost durch die Weidenruten gehen.“ Würde man die Weiden früher schneiden, könnten sie schwarz und daher unbrauchbar werden. Und noch ein wichtiger Punkt in der Korbflechterei sei zu beachten. Der Kern der Zweige muss dünn und nicht zu stark ausgeprägt sein, da diese sonst beim Biegen und Verarbeiten brechen könnten.

 

Die Recker Korbflechter nehmen ihr Hobby ernst. Genaues Arbeiten ist Voraussetzung für einen gelungenen Korb. Viele Exponate haben sie bereits hergestellt. Darunter sind beispielsweise der klassische Eierkorb, der Kaminkorb oder auch Präsentkorb. Nebenbei flechten sie Rankgerüste, Blumenkörbe oder Steckkugeln genauso wie ein großes Storchennest. Wenn ein runder Geburtstag in den eigenen Reihen ansteht, wird auch mal das Recker Wappen aus Peddigrohr geflochten. Viel Spaß bereiten ihnen unteranderem die Korbflechtkurse, die sie in unregelmäßigen Abständen anbieten.

 

 

 

Die Recker Korbflechter treffen sich einmal in der Woche:

v. l. Ernst Gerweler, Jochen Willbrandt, Heinz Dresselhaus, Josef Tepe und Richard Attermeyer

 

Die Krönung ist für alle Korbflechter aber eine Ausstellung, wo sie ihre Arbeiten zeigen können. Sie waren schon in Hamburg und in der Essener Grugahalle. Ihre Körbe reisen um die halbe Welt. Von Russland bis Kanada erfreut man sich an Körben der 5 Recker Korbflechter. Es bleibt zu hoffen, dass sie ihr großes Wissen und Können irgendwann an Jüngere weitergeben, damit dieses jahrtausendalte Handwerk weiterlebt.

 

v. Felix Büscher

Heimatverein Recke e.V. | Halverder Straße 21, 49509 Recke